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Ein regionaler Online-Marktplatz für die Nahversorgung

Internetplattformen, auf denen Produkte mehrerer Anbieter präsentiert und zum Verkauf angeboten werden, sind schon lange keine Neuheit mehr. Auch Lebensmittel können mittlerweile bereits online bestellt werden. Aber kann das Konzept auch für die Nahversorgung auf dem Land funktionieren? Können Produzenten und Händler aus der Umgebung so ihre Waren auch direkt vor Ort vertreiben? Das Projekt DiNeNa entwickelt und erprobt zusammen mit Gemeinden, Anbietern sowie Bürgerinnen und Bürgern einen regionalen Online-Marktplatz im Landkreis Harz.

Manchmal sagen Bilder mehr… DiNeNa und Online-Marktplatz im Video erklärt

In einem kurzweiligen Video stellt das Projektteam die Idee des Online-Marktplatzes vor. In den Hauptrollen: Familie Müller, Herr Förster, Gemüsebauer Friedrich und Fleischermeisterin Julia. Die Charaktere sind fiktiv, nicht aber die dargestellten Probleme von Menschen im ländlichen Raum. Sehen Sie, wie das Projekt DiNeNa mit der Entwicklung eines regionalen Online-Marktplatzes unterstützen möchte. – Ton einschalten nicht vergessen.

Online-Absatzkanäle gewinnen an Bedeutung

Nicht erst seit der Corona-Pandemie und den einhergehenden Einschränkungen werden mehr und mehr Produkte online angesehen und bestellt. Das Internet als Absatzkanal nimmt damit eine wichtige Rolle für zahlreiche Unternehmen ein. Dabei sind diese – auch im ländlichen Raum – in Sachen Digitalisierung unterschiedlich aufgestellt. Manche sind bisher noch gar nicht im Internet repräsentiert. Geht es dann noch um die Umsetzung eines Online-Shops, stellt dies gerade für kleinere Anbieter eine große Herausforderung dar. Dabei könnte das Potenzial insbesondere für die kleineren Lebensmittelhändler und -produzenten groß sein, wenn man sich die vorherrschenden Bestrebungen in Richtung Nachhaltigkeit und die zunehmende Nachfrage nach regionalen Produkten vor Augen hält.

Ein Click and Collect-System für die Nahversorgung

Ein gemeinsamer Online-Marktplatz könnte gerade für die zahlreichen kleinen Anbieter im ländlichen Raum ein geeigneter Weg sein. Im Projekt DiNeNa wird genau dieser Ansatz in der Modellregion im Landkreis Harz verfolgt. Auf einer gemeinsamen Plattform können Erzeuger und Händler ihre Waren präsentieren und zum Kauf anbieten. Bürgerinnen und Bürger bekämen durch den gemeinschaftlichen Auftritt einen Überblick über die Vielfalt der regionalen Produkte und lernen vielleicht sogar bisher noch unbekannte Produkte und Unternehmen kennen. Außerdem können sie die dargestellten Waren natürlich auch vorbestellen. Anbieter könnten durch die Bestelloption ihren Einkauf und ihre Prozesse besser kalkulieren. Außerdem bietet sich ihnen die Möglichkeit, durch die Vernetzung mit anderen Anbietern sowie die Verwendung eines neuen Vertriebskanals ganz neue Zielgruppen zu erreichen. Der Online-Marktplatz für Lebensmittel bietet schließlich die Plattform für ein regionales Click & Collect-System, das die Nahversorgung im ländlichen Raum sichern und verbessern soll.

Projektmitarbeiter Oliver Otto bespricht mit Christel Wagner und Vasilica Niebling (Schauener Landfleischerei), wie die Abholung von bestellten Waren ablaufen könnte
Wie die Abholung von Waren funktionieren könnte, testen hier Christel Wagner und Vasilica Niebling von der Schauener Landfleischerei zusammen mit Projektmitarbeiter Oliver Otto (v.l.n.r.). (Foto: Hochschule Harz)

Gemeinsame Weiterentwicklung

Zusammen mit den Projektpartnern wird nicht nur die Plattform, sondern auch der Prozess der Bestellung und Abholung weiterentwickelt. Für einen möglichst einfachen Abholprozess wird beispielsweise getestet, wie der Einsatz von QR-Codes unterstützen könnte. Bestellungen könnten automatisch mit einem individuellen QR-Code versehen werden. Der Kunde müsste diesen zur Abholung im Geschäft vorzeigen. Anbieter könnten unter Zuhilfenahme eines entsprechenden Scanners direkt den jeweiligen Warenkorb einsehen und dem Kunden die Bestellung schneller aushändigen. Außerdem soll die Abholung langfristig verbessert werden, indem die Produkte verschiedener Anbieter an zentrale Abholstellen (Hubs) geliefert werden. Auf diese Weise könnten Kunden ihre auf der Plattform bestellten Waren an einem Ort erhalten können. Welche Standorte und Transportanbieter hierfür in Frage kommen und wie ein Konzept für die Mikrologistik aussehen könnte, soll zusammen mit allen Akteuren geklärt werden.

Entwicklung und Erprobung mit allen Akteuren

Im DiNeNa-Projekt wurde noch im Jahr 2020 der Grundstein für einen gemeinsamen regionalen Online-Marktplatz gelegt. Zusammen mit der Schauener Landfleischerei GmbH und der Biogemüse Ilsetal GmbH aus der Gemeinde Osterwieck startete das Projektteam in die Entwicklung. Das Ziel ist, noch weitere Akteure – Gemeinden, Produzenten und Händler – einzubinden, welche die Plattform mitgestalten wollen. Alle Anbieter erhalten einen kostenfreien Zugang zum Marktplatz und können, betreut durch das Projektteam, die Möglichkeiten austesten und an der Ausgestaltung mitwirken. Später wird der Online-Marktplatz dann auch gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus den beteiligten Gemeinden „auf Herz und Nieren“ getestet. Dabei sollen weitere Anregungen und Wünsche in Bezug auf die Plattform an sich und die Nahversorgung im Allgemeinen aufgenommen werden. Schließlich soll der Online-Marktplatz „live“ gehen und für die Gemeinden, die Bevölkerung und die Anbieter einen attraktiven Kontaktpunkt bieten.